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4. Fairer Wein aus Chile - eine Umweltsünde?

Auf lange Transportwege zu verzichten würde bedeuten, auf viele Lebensmittel und Konsumgüter zu verzichten: Kaffee, Tee, Orangensaft, Schokolade, Kakao, Reis …, – wir sind auf den Import dieser Waren angewiesen, da sie bei uns gar nicht wachsen, egal, ob fair gehandelt oder nicht.
Anders gesagt: Wenn diese Produkte sowieso importiert werden, dann zumindest fair gehandelt – der Faire Handel ist also auch und gerade vor dem Hintergrund von Klimawandel und Umweltschutz sinnvoll.
Fast die gesamte Ware, die z.B. die GEPA importiert, wird auf großen Containerschiffen transportiert. Nur in ganz wenigen Fällen gelangt die Ware mit dem Flugzeug nach Deutschland.
Auf ein Containerschiff aus Übersee passt ein Vielfaches der Menge, die Platz in einem Lkw hätte. Der Import von Produkten aus Übersee ist nicht zwangsläufig schädlicher für die Umwelt als die Einfuhr von Produkten aus Europa.

Emissionsgleiche Transportentfernungen in Tonnen/km:

LKW 300 km
Bahn 2000 km
Binnenschiff 1700 km
Hochseeschiff 10 000 km

Ein LKW setzt auf einer Strecke von nur 300 km genauso viele Emissionen frei wie ein Hochseeschiff auf 10 000 km. Die Umweltbilanz von LKW ist also weitaus negativer als die von Containerschiffen.
Der Wein aus Chile ist also was den Emissionsausstoß angeht nicht umweltschädigender als der Wein aus Spanien oder Deutschland, der mit dem Lkw transportiert wird.
Die GEPA z.B. bemüht sich, den Weitertransport innerhalb Deutschlands weitestgehend über Binnenschiffe oder das Schienennetz abzuwickeln. Oft ist aber der Transport mit dem Lkw nicht zu vermeiden.
Hinzu kommt, dass der heimische Markt bei vielen Produkten die hohe Nachfrage gar nicht decken kann: Der deutsche Honig würde längst nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken – ähnlich verhält es sich beim Wein.

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GEPA - THE FAIR TRADE COMPANY
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