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6. Faire Produkte im Discounter - ein Widerspruch?

2006 bot der Discounter Lidl erstmals Fairtrade-Produkte unter dem eigenen Namen „Fairglobe“ an. Das sorgte für scharfe Kritik und warf viele Fragen auf.
Die 100% Fair-Händler wie z.B. die GEPA sehen diese Form der Marktausweitung und Kundengewinnung als sehr kritisch. Warum?

Discounter bieten Produkte zu Niedrigpreisen an. Damit erzeugen sie einen enormen Preisdruck. Den Preis, den die Verbraucher/-innen hier bei uns nicht zahlen, zahlen dafür andere – meist die Produzent/-innen aus dem Süden. Der hohe Preisdruck wird auf sie abgewälzt und sie verdienen am Ende noch weniger, als ohnehin schon. Hinzu kommt, dass manche Discounter selbst ihren Mitarbeitern in den deutschen Filialen nicht einmal die ILO-Kernarbeitsnormen wie z.B. Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft zugestehen.
Deshalb stehen Discounter häufig in der öffentlichen Kritik und haben mit einem Negativimage zu kämpfen. Manche Discounter versuchen mit einigen wenigen fair gehandelten Produkten ihr Image zu verbessern (so genanntes green- oder whitewashing)

Das Image und die Glaubwürdigkeit des Fairen Handels sind aber wichtig für seinen Erfolg. Nur wenn die Verbraucher/-innen von dem Konzept überzeugt sind, kaufen sie die Produkte. Und nur wenn sie die Produkte kaufen, haben die Produzenten davon einen Nutzen. Wenn sich Verbraucher/-innen aber vom Fairen Handel abwenden würden, weil es die Produkte im Discounter gibt, wäre das fatal.

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GEPA - THE FAIR TRADE COMPANY
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