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Was drauf steht ist drin

… oder anders gesagt: Wo fair drauf steht, ist auch fair drin. Aber woher kommen die Zutaten für ein Produkt? Wer steht am Anfang der langen Lieferkette? Und vor allem: Wo und wie erfährt das der Verbraucher?
Für einen 100% Fair-Händler wie die GEPA ist eine transparente Lieferkette eine Selbstverständlichkeit.
Am Beispiel der Mascobado Vollmilchschokolade zeigen wir Ihnen, wie das aussehen kann. Im Fokus stehen die Produzenten von Kakao und Zucker. Diese Rohwaren importiert die GEPA direkt von ihren Handelspartnern.

Sehen, was drin ist

Für die Mascobado Vollmilchschokolade importiert die GEPA den Kakao von mehreren Partnern: Die Kakaobohnen bezieht die GEPA von folgenden Kooperativen: COOPROAGRO aus der Dominikanischen Republik, CECAQ-11 aus São Tomé sowie NorAndino aus Peru. Die Kakaobutter kommt von der Kooperative El Ceibo aus Bolivien. Der Mascobado Vollrohrzucker kommt von Alter Trade Corporation (ATC), Philippinen. Außerdem ist Rohrohrzucker der Kooperative Manduvirá aus Paraguay darin verarbeitet. Das fair gehandelte Bio-Milchpulver bezieht die GEPA von der Genossenschaft Milchwerke Berchtesgadener Land.

Ohne Kakaobauern keine Schokolade - zum Beispiel COOPROAGRO

Die Kakaobauern bauen die Kakaofrüchte an und ernten die Kakaobohnen. Sie stehen mit am Anfang der Lieferkette. Es handelt sich um kleine Familienbetriebe und nicht um Plantagen. Der Kakaoanbau ist harte Handarbeit. Jede einzelne Schote wird vom Baum abgetrennt und mit einer Machete geöffnet.
Dann werden die Bohnen herausgeholt.

Zusammen mehr erreichen

Die Kakaobauern sind in der Genossenschaft COOPROAGRO organisiert, die aus 21 Distrikten besteht. Nur gemeinsam können die Kleinbauern große Liefermengen erzielen. Damit steigt ihre Verhandlungsmacht, wenn der Kakao weiter verkauft wird. Ein einzelner Kakaobauer kann hier wenig bestimmen. Ist er dagegen Mitglied in der Genossenschaft, kann er auch die Vorteile der Genossenschaft nutzen. Die Genossenschaft sorgt beispielsweise für die Vermarktung des Kakaos, informiert ihre Mitglieder über Preisentwicklungen und übernimmt die Transportkosten. Die GEPA arbeitet nicht mit einzelnen Kakaobauern zusammen, sondern mit der Genossenschaft. Mit dieser werden die Verträge ausgehandelt und das Geld überwiesen. Bei der GEPA werden die Genossenschaften auch als Handelspartner bezeichnet.

Kostenloser Transport für die Bauern

Die geernteten Kakaobohnen werden zunächst zu einer der zahlreichen Sammelstellen gebracht. Viele Kakaobauern machen das selbst und benutzen als Transportmittel Esel, Pferd oder Motorrad. Teilweise holt auch ein Mitarbeiter der Genossenschaft die Ernte bei den Bauern mit dem LKW ab. Auf alle Fälle muss es schnell gehen: Innerhalb von sechs Stunden nach der Ernte müssen die Kakaobohnen in die Fermentationskisten der Kooperative kommen. Nur so lässt sich beste Qualität gewährleisten. Die Kakaobauern müssen die Transportkosten nicht selbst tragen. Dafür kommt die Genossenschaft auf – ein weiterer großer Vorteil des Fairen Handels.

Fairer Lohn für harte Arbeit

Wenn der Kakaobauer seine Lieferung bei der Sammelstelle abgibt, wird die Ware abgewogen.
Er erhält dann einen Abgabe-Beleg, auf dem auch die Summe vermerkt ist, die er von der Genossenschaft ausbezahlt bekommt.
Der Kakaobauer muss mit diesem Beleg zur Genossenschaftszentrale nach San Fransisco de Macoris und erhält dort sein Geld bar ausbezahlt. Damit die Genossenschaft dieses Geld immer zur Verfügung hat, kann sie von der GEPA eine Vorfinanzierung bekommen. Die Vorfinanzierung ist ein wichtiges Instrument im Fairen Handel, schließlich sollen die Bauern ihr Geld auch möglichst schnell bekommen.

Die Reise beginnt

Das Gelände der Genossenschafts-Zentrale befindet sich in San Fransisco de Macoris. Hier werden die Bohnen fermentiert, getrocknet und gereinigt. Danach kommen sie in Exportsäcke zu je 70 Kilogramm. Die Säcke werden auf Container geladen, die sich auch auf dem Gelände der Genossenschaft befinden. Die Reederei holt dann die Container mit LKWs ab.

Ab nach Europa

Von San Fransisco de Macoris geht es weiter mit dem LKW nach Rio Haina. Rio Haina gehört noch zur Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo. Von der Genossenschaftszentrale nach Rio Haina sind ca. 160 Kilometer. Hier werden die Container mit dem Kakao auf große Container-Schiffe verladen und die lange Reise übers Meer beginnt.

Ankunft am Hafen

Nach zirka drei Wochen kommen die Kakaobohnen schließlich in Bremerhaven an. Die Container kommen dann auf LKWs. Die GEPA hat für diesen Service ein Logistik- und Lagerunternehmen beauftragt. Von Bremerhaven geht es dann weiter nach Bremen. Hier werden die Container entladen.
In einer riesigen Lagerhalle in Bremen werden die Kakaobohnen zwischengelagert.

Von der Bohne zur Schokolade

Die GEPA importiert die Kakaobohnen und steuert die Verarbeitung selbst. Sie stellt selbst aber keine Schokolade her. Deshalb arbeitet die GEPA mit drei Verarbeitern zusammen. Zwei davon sind in Holland. Die fairen Kakaobohnen der GEPA werden hier zu Kakaomasse, Kakaobutter und Kakaopulver verarbeitet. Dies ist übrigens etwas ganz Besonderes: Die meisten Händler, die Schokolade produzieren lassen und verkaufen, beziehen diese Zutaten von einem Großhändler. In der Regel wissen diese Händler gar nicht, woher die darin verarbeiteten Kakaobohnen stammen. Die GEPA hingegen weiß, woher die Kakaobohnen kommen, da sie diese ja selbst eingekauft hat. Die zu Kakaomasse und Kakaobutter verarbeiteten Kakaobohnen werden dann von Holland nach Deutschland zur Schokoladenmanufaktur transportiert. Denn auch hier gilt: Für die GEPA-Schokoladen wird nur die Kakaomasse und -butter verwendet, die aus den Kakaobohnen der GEPA-Partner hergestellt wurden.

Alles aus Zucker

Der Name der Schokolade kommt vom Mascobado-Vollrohrzucker, der eine wichtige Zutat ist. Dieser Zucker wird vom Handelspartner Alter Trade Corporation (ATC) auf den Philippinen angebaut. Der Sitz von ATC ist Bacolod, hier gibt es auch einen kleinen Hafen.

Schwere Last

Wie beim Kakao baut jeder Zuckerbauer auf seinem eigenen Stück Land das Zuckerrohr an. Nach der Ernte bringen die Zuckerrohr-Bauern das Zuckerrohr entweder auf kleine LKWs oder das Zuckerrohr wird von Wasserbüffeln weiter zur nächsten Straße gezogen. Wasserbüffel sind auf den Philippinen typische Zugtiere. Dann wird das Zuckerrohr mit dem LKW zur Zuckermühle transportiert, die dem Handelspartner ATC gehört. In der Zuckermühle wird das Zuckerrohr weiter verarbeitet. Hier wird der Zucker auch abgepackt. Für die Schokoladen-Produktion wird der Zucker in 25-Kilo-Säcke gefüllt. Wie auch COOPROAGRO übernimmt hier der Handelspartner ATC die Kosten für den Transport. Das ist eine Besonderheit im Fairen Handel und für die Zuckerbauern ein großer Vorteil. Üblich im Handel ist sonst, dass die Bauern die Transportkosten selbst tragen müssen. Das ist für viele Kleinbauern eine große finanzielle Belastung.

Von der Mühle zum ersten Hafen

Von der Zuckermühle geht es auf LKWs nach Bacolod. Das sind zirka 25 Kilometer. In Bacolod wird der Zucker nach Manila verschifft, der Hauptstadt der Philippinen. Diese Reise dauert bereits 20 Stunden!

Kakao trifft Zucker

Von Manila geht es dann mit großen Containerschiffen weiter nach Bremerhaven. Das dauert zirka vier Wochen. In Bremerhaven wird der Zucker wieder von der Logistik- und Speditionsfirma, die die GEPA beauftragt hat, in Empfang genommen. Wie der Kakao wird auch der Zucker in den Containern auf LKWs nach Bremen ins Lager transportiert. Von hier aus geht es dann weiter mit dem Lkw zum Schokoladenhersteller der GEPA. Hier müssen alle Zutaten rechtzeitig für die Produktion der Mascobado- Vollmilch Schokolade in ausreichenden Mengen verfügbar sein.

Was sonst noch drin ist

Weitere Zutaten für diese Schokolade sind: Vanille-Extrakt und Milchpulver. Der Vanille-Extrakt wird vom Schokoladen-Hersteller direkt eingekauft. Er kommt aus Madagaskar und ist Fairtrade- und Bio-zertifiziert. Als weitere Zutat ist das Milchpulver enthalten. Seit Herbst 2011 bezieht die GEPA es von den Milchwerken Berchtesgadener Land. Diese Milch ist Naturland Fair-zertifiziert. Die GEPA hat damit die erste Schokolade mit fairer Milch auf den Markt gebracht. - mit einem Fair Handelsanteil von 100 Prozent.
Mehr zur fairen Milch finden Sie hier:
www.gepa-jetzt-faire-milch.de
www.fairtrade.de

Faire Metropole Wuppertal

Im LKW kommt dann die fertige Mascobado-Vollmilchschokolade nach Wuppertal in das Zentrallager der GEPA. Von Wuppertal aus geht es weiter zu den verschiedenen Kunden: Weltläden als Wiederverkäufer, ebenso Supermärkte sowie der Bio- und Naturkosthandel. Endkunden bestellen auch häufig über den Online-Shop. Die Kunden holen ihren Einkauf entweder selbst ab oder bekommen die fairen Waren zugeschickt.

Alles im Griff

Im Gegensatz zu den meisten anderen Händlern, vor allem den großen Händlern, hat die GEPA die gesamte Lieferkette selbst im Griff. Sie kauft die Rohware bei ihren Handelspartnern ein und lässt in der Schokoladenfabrik genau diese Kakaobohnen zu Kakaomasse verarbeiten. Und auch für die Kakaobutter gilt: Die dafür benötigte Rohware stammt von den Kakaobohnen, die von der GEPA importiert wurden. Die Rückverfolgbarkeit ist der GEPA als 100% Fair-Händler ein ganz besonderes Anliegen. Denn die GEPA will nicht nur garantieren: Wo fair drauf steht, ist auch fair drin, sondern mehr: Die GEPA gibt ihren Produkten ein Gesicht: Auf den Verpackungen sind Fotos und Zitate von Produzenten abgebildet. Die Verbraucher sollen wissen, wer dahinter steht.

GEPA - THE FAIR TRADE COMPANY
Hintergrundgrafik, die den Viewport komplett ausfüllt